Hausbesetzungen in Spanien

So können Sie sich schützen

Besonders in Großstädten wie Madrid oder Barcelona hat sich die Anzahl der Hausbesetzungen vervielfacht. Auf Mallorca werden ganze Straßenzüge in Villengegenden besetzt. Auch auf Teneriffa gibt es sogenannte Hotspots, wie in San Isidro und Callao Salvaje.

 

 

 

Das Gesetz ist lückenhaft und schützt die Hausbesitzer nicht genügend. Die Gerichte arbeiten extrem langsam und oft fühlen sich die Eigentümer vom spanischen Staat im Stich gelassen. Nicht nur, dass die Hausbesetzer ihr Eigentum widerrechtlich besetzen, sondern sie plündern auch noch Hab und Gut und die eigentlichen Besitzer stehen vor der Tür und müssen tatenlos mit ansehen, wie das Inventar Stück für Stück das Haus verlässt.

 

 

 

Zwischenzeitlich haben sich ganze Banden auf das Besetzen von leer stehenden Immobilien spezialisiert.

 

Am Anfang der Krise, haben ganz normale Bürger, die von den Banken auf die Straße gesetzt wurden, leer stehende Immobilien besetzt. Sie wollten niemanden schädigen, sondern einfach nur ein  Dach über dem Kopf für sich und ihre Familienangehörigen.

 

Derzeit spähen organisierte Banden leer stehende Immobilien aus, brechen die Türen auf und tauschen die Zylinder aus. Später werden die Schlüssel, gegen eine entsprechende Gebühr,  den künftigen Hausbesetzern ausgehändigt. Teilweise werden Mietverträge gefälscht und rückdatiert.

 

Viele Hauseigentümer sind mit den Nerven am Ende und wollen ihre Immobilie nur noch los werden. Auch darauf haben sich Immobilienankäufer bereits spezialisiert. Sie kaufen die besetzten Immobilien billig ein, verhandeln scharf mit den Hausbesetzern, zahlen ihnen eine kleine Entschädigung für das freiwillige Verlassen und verkaufen die Immobilien teuer weiter. Wer nicht freiwillig geht, dem wird oft von osteuropäischen Bodyguards gedroht.

 

 

 

Folgendes sollten Sie tun, wenn Ihr Ferienhaus oder ihre Ferienwohnung besetzt wurde:

 

  • Am wichtigsten ist es in den ersten 48 Stunden zu reagieren

 

  • ·         So schnell wie möglich Anzeige erstatten. Dazu brauchen Sie weder die Dokumente noch einen Anwalt. Die Escritura kann später nachgereicht werden.
  • ·         Sind erst einmal 48 Stunden verstrichen und die Hausbesetzer haben bereits die Schlösser ausgetauscht, benötigen Sie bereits einen Gerichtsbeschluss. Anwälte empfehlen, einen Antrag auf Zwangsräumung zu stellen.
  • ·         Das Verfahren einer Zwangsräumung dauert ca. 9 Monate. Kann sich aber auch schon über 2 Jahre hinziehen, wenn die Hausbesetzer mit allen Tricks vertraut sind. Langfristig können sie eine Räumung nicht vermeiden. Ziehen sie nicht freiwillig aus, hilft die Polizei nach.
  • ·         Nachdem der Besitzer sein Eigentum wiedererlangt hat, bleibt er oft auf den entstandenen Kosten sitzen. Die Kosten belaufen sich je nach Immobilie zwischen 600 Euro und 3.000 Euro. Meistens ist auch noch die Einrichtung verschwunden und das Haus mutwillig zerstört. Von den Hausbesetzern ist in der Regel nichts zu holen, da sie insolvent sind.
  •       Läuft alles aus dem Ruder haben die ursprünglichen Hausbesetzer bereits das Weite gesucht und die Immobilie weitergegeben. Dann fängt wieder alles von vorn an.

 

 

 

Etwas anders verhält es sich bei ständig bewohnten Immobilien, also wenn es sich um den Erstwohnsitz des Eigentümers handelt.

 

  • ·         Sind auch hier erst einmal 48 Stunden seit der Besetzung und ohne Anzeige zu erstatten verstrichen, muss der Eigentümer wiederum Anzeige erstatten und Klage auf Zwangsräumung einreichen. Jedoch handelt es sich in diesem Fall nicht um widerrechtliche Aneignung, wie bei einer Ferienwohnung, sondern um Hausfriedensbruch, welcher mit einem Gefängnisaufenthalt von bis zu 2 Jahren geahndet werden kann. Deshalb versuchen Hausbesetzer in der Regel vorher herauszubekommen, ob es sich um einen Haupt- oder Zweitwohnsitz handelt, bevor sie sich breitmachen. Die Justiz reagiert schneller und die Polizei verschafft sich gegebenenfalls mit Gewalt Zutritt, wenn der eigentliche Bewohner Anzeige wegen Einbruchs und nicht wegen Hausbesetzung erstattet.

 

 

 

In sozialen Netzwerken werden oft Ratschläge gegeben, wie man Hausbesetzer wieder schnell los werden kann.

 

  • ·         Keine Anzeige erstatten, sondern die Schlösser wieder austauschen sobald sich keiner der Hausbesetzer in der Immobilie aufhält, im Inneren auf deren Rückkehr warten und sobald sie sich an der Tür zu schaffen machen, die Polizei anrufen und einen Einbruch melden. Jedoch ist dieser "Trick" vielen Hausbesetzern bereits bekannt und sie selbst rufen die Polizei an und melden Hausbesetzer.
  • ·         Mit den Hausbesetzern verhandeln. Diese Geschäftsidee wurde in Barcelona geboren und hat sich bereits über ganz Spanien ausgebreitet. Die Eigentümer oder von ihnen beauftragte Personen, bieten den Hausbesetzern eine Entschädigung an, wenn sie freiwillig die Immobilie wieder verlassen. Gehen die Hausbesetzer nicht darauf ein, wird eine Art Mahnwache vor der Eingangstür postiert, die den Zugang 24 Stunden lang kontrolliert. Danach sind die Hausbesetzer oft eher zu Verhandlungsgesprächen bereit.

 

 

So können Sie sich vor einer eventuellen Hausbesetzung am besten schützen

 

  • ·         Das Haus sollte keinen unbewohnten Eindruck machen (Briefkasten leeren, Garten pflegen etc)
  • ·         Nachbarn nach dem Rechten schauen lassen
  • ·         Den Strom nicht abschalten und per Timer Licht und Musik zu unterschiedlichen Zeiten anschalten lassen
  • ·         Das Haus gut sichern, evtl. vergittern
  • ·         Alarmanlage installieren, die mit einer Sicherheitsfirma verbunden ist
  •       Haussitter engagieren
  •       Im Falle einer Hausbesetzung unbedingt innerhalb der ersten 48 Stunden Anzeige erstatten

 

 

 

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