Armut auf den Kanaren

Fast 1 Million Canarios lebt mit weniger als 685 Euro im Monat

Die Kanarischen Inseln werden bei den Touristen immer beliebter. In diesem Jahr werden an die 16.000.000 Touristen erwartet. Ein 5-Sterne-Hotel und ein Golfplatz nach dem anderen werden aus dem Boden gestampft. Immer neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Aber trotz des Touristenbooms werden die Canarios immer ärmer. Wo bleibt das ganze Geld der Touristen und wer verdient letztendlich an den steigenden Touristenzahlen?

 

44% der Canarios laufen Gefahr unter der Armutsgrenze zu leben und von der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. 980.000 Canarios erhalten eine monatliche Rente von unter 684 Euro und können sich nicht einmal der Hälfte der grundlegenden Dinge leisten. Gleichzeitig gibt es Familien, in denen über die Hälfte der Erbwerbsfähigen langzeitarbeitslos sind.  45 von 100 Canarios sind von akuter Armut bedroht. Durch die mangelnden finanziellen Möglichkeiten, wird ein Großteil der Bevölkerung, von vielen sozialen Bereichen ausgeschlossen.

Es wird bereits über eine Mindestrente diskutiert. Die Gehälter auf den Kanarischen Inseln sind extrem niedrig und der Arbeitsmarkt sehr instabil, da ein Großteil der Bevölkerung direkt oder indirekt vom Tourismussektor abhängig ist.

 

13,6% der kanarischen Bevölkerung lebt von weniger als 342 Euro. Doppelt soviele wie im Landesdurchschnitt von 6,4%. Mehr als 200.000 Canarios sind extrem arm.  Die kanarische Regierung ist aufgefordert dringend Sozialmaßnahmen zu ergreifen, um diesen Menschen zu helfen und dem Trend entgegen zu wirken.

In den Jahren der Krise wurden viele Bewohner der Kanarischen Inseln arbeitslos, da ein Großteil von ihnen in der Baubranche gearbeitet hat. Viele Immobilien waren zu 120% finanziert und wurden den verschuldeten Besitzern von den Banken wieder weggepfändet, so daß einige von ihnen auf der Straße landeten und leerstehende Immobilien besetzten. Viele Südamerikaner und Europäer verließen Spanien und gingen wieder in ihre Heimatländer zurück.

Nun ist die Krise überwunden und der Tourismus in Spanien steigt kontinuierlich an. Jedoch haben diese vermeintlich goldenen Zeiten auch einen bitteren Beigeschmack. Die besser beahlten Jobs gehen äußerst selten an Canarios. Festlandspanier und Nordeuropäer sind besser ausgebildet und sprechen eher mehrere Sprachen. Für die Canarios bleiben die schlecht bezahlten Arbeitsplätze, die oft auch zeitlich begrenzt sind. Teilweise zahlen die Arbeitgeber immer noch einen Teil der Gehälter in schwarz, so dass im Falle von Krankheit, Arbeitslosigkeit und Rente die Einkommen entsprechend gering ausfallen. Durch die hohe Zahl der Touristen, ist die Nachfrage nach Ferienwohnungen stark gestiegen. Viele Eigentümer vermieten lieber an gut zahlende Touristen, als an schlecht verdienende Canarios. So, dass sich viele, trotz Arbeitsplatz und Einkommen, keine Wohnung mehr leisten können.

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